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Am jetzigen Standort des Brüderhauses wurde 1732 das Waisen- und Armenhaus gegründet, das bis 1748 auch die Dorfschule beherbergte. 1736/37 wurde an das Waisen- und Armenhaus der Teil angebaut, der an der Lobensteiner Straße liegt (Haus-Nr. 11 und 12). Der ältere Teil wurde 1796 abgerissen, um dem jetzigen Teil des Brüderhauses (Nr. 10) Platz zu machen. 1740 übernahmen einige der Herrnhuter Brüder und Schwestern die Erziehung der Waisenknaben und Waisenmädchen. Das Waisenhaus diente der Gemeinde bis zum Bau des Gemeinhauses (Kirchensaal) im Jahr 1746 auch als Versammlungsstätte. 1748 wurde das Waisenhaus aufgelöst und die ledigen Brüder übernahmen das Brüderhaus. Im Brüderhaus bildeten die ledigen Brüder nicht nur eine Wohngemeinschaft, sondern zugleich eine wirtschaftliche und geistliche Gemeinschaft. Sie arbeiteten zum großen Teil im Haus und den Nebengebäuden oder im Ort in den verschiedensten Handwerken. Im Brüderhaus wurde 1796 ein "Baumwollen-Tüchel und Cottonatfafrik" eingerichtet. Sie arbeitete bis 1807. An gleicher Stelle begann 1816 eine Weberei und Tuchfabrik mit der Produktion, 1836 wiederum eine Tuchmanufaktur. Als weitere Wirtschaftsbetriebe werden 1815 eine "gute Seifensiederey" und 1843 Schmidts "Lichter und Kerzenfabrik" erwähnt. 1793 wurde hinter dem Brüderhaus eine Tischlerei und eine Bäckerei geschaffen. Von 1847 bis 1882 befand sich im Brüderhaus eine Erziehungsanstalt für nichtortsansässige Knaben. Sie wurde auch von vielen Ausländern besucht, besonders Engländern. Auch die Schule für die Jungen und Mädchen der Brüdergemeine befand sich bis 1824 im Brüderhaus. Von 1900 bis 1907 beherbergte das Brüderhaus die Missionsvorschule. Junge Männer, die bereit waren, sich als Missionare nach Übersee entsenden zu lassen, bereiteten sich auf ihre Ausbildung in Niesky vor. Heute befinden sich im Brüderhaus Familienwohnungen.
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